Periphere Nervenchirurgie

Die Funktionseinheit Nerv/Muskel kann durch Unfälle aber auch nach Tumoroperationen gestört worden sein. Neben den Bewegungsausfällen (motorisch) können auch Sensibilitätsstörungen oder aber Nervenschmerzen im Zentrum der Beschwerden stehen. Für all diese Probleme gibt es Operationsmöglichkeiten.

Nervenchirurgie im Gesicht

Ein Spezialgebiet ist die Wiederherstellung von Bewegung im Bereich des Gesichtes. Nach Tumorentfernungen aber auch nach einem Schlaganfall kann es zur Lähmung einer Gesichtsseite kommen. Auch gibt es angeborene Gesichtslähmungen.
Die Rekonstruktionsmöglichkeiten umfassen die Transplantation von lokalen Muskeln aber auch die Nerventransplantation in Kombination mit so genannten freien Muskeltransplantaten. Je nach Denervierungszeit (Zeit der nicht bestehenden Funktionsfähigkeit) können auch Nerven direkt wieder hergestellt werden. Als willkürliche, dass heißt gesteuerte Rekonstruktion, bietet sich die Transposition des Schläfenmuskels an. Hierdurch kann eine Beweglichkeit der Wange wieder hergestellt werden. Der Patient lernt mit nur angedeuteten Kieferbewegungen sein Gesicht zu bewegen. In gleicher Operation wird auch der Augenschluss, welcher oft als Folge der Lähmung vollständig ist, wiederhergestellt. Bei jüngeren Patienten und angeborenen Läsionen werden Nerventransplantate vom funktionsfähigen Nervus fazialis zur geschädigten Seite gelegt. Nach einer Wartezeit von ca. 6-9 Monaten wird dann ein Beinmuskel in das Gesicht chirurgisch transplantiert. Hierdurch gelingen sogar unwillkürliche, dass heißt spontane Bewegungen als Rekonstruktionsergebnis.
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Nervenchirurgie im Bereich der Arme und Beine

Nervenverletzungen im Bereich des Armes (Plexus brachialis) aber auch im Bereich des Unterschenkels (N. peroneus) können in ähnlicher Weise rekonstruiert werden. Nur nach ausführlicher Testung der verbliebenen Muskelaktivität kann ein individueller Rekonstruktionsplan abgefasst werden und mit Ihnen durchgesprochen werden.

Nervenschmerzen

Nach Nervenverletzungen kommt es häufig zu Nervenschmerzen. Sollten diese Schmerzen von blinden Nervenendigungen (Neuromen) ausgehen, kann eine operative Therapie den Schmerzkreislauf unterbrechen. Hierbei kann das Nervenende verlagert, wieder vernäht oder aber in tiefere Gewebeschichten gelagert werden